The Football Worldcup 2018 in Russia

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Fußball WM 2018 in Russland

Auch bei einem der wichtigsten und größten medialen Sportevents der Welt, der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, war BNC gleich mehrfach vertreten um einen reibungslosen Ablauf im Bereich Recording, Administration, Operating und Post-Production zu gewährleisten.
Bei dieser 21. Ausgabe der Weltmeisterschaft in Russland waren wir sowohl für HBS, ORF und ARD/ZDF tätig, und das an allen Standorten. Nicht „nur“ in Russland, auch in Wien und Baden-Baden, den Remote-Produktionsorten von ORF und ARD/ZDF, waren wir sowohl personell als auch mit unserem Equipment vertreten.
Das komplexeste Setup im Moskauer Spartak Stadion – Austragungsstätte von insgesamt 5 Spielbegegnungen - wurde von unserer Kollegin Lisa Sluka als System-Administratorin im Auftrag von HBS und in enger Kooperation mit EVS betreut.

Hier ein kurzer Überblick über das EVS-Setup:

Dort war folgendes EVS Equipment im Einsatz:

  • 12x XT4K (Produktionscodec: AVC-Intra 100)
  • 2x IPD (1 Engineer, 1 Backup Action/Emotion Channel)
  • 2x XTA
  • 1x Xfile
  • 1x Xplore
  • 1x Multireview (Backup Action/Emotion Channel)
  • 1x IngestFunnel Laptop

Die 12 XT4K Server waren dem Workflow folgendermaßen zugeteilt:
6x XT für 8xSSL + 16x normale Kameras
4x XT Dual LSM 8IN 4OUT
2x XT Ccast (+Backup Action/Emotion)
2x Ultramotion (SONY) + 2x Pico (ab Achtelfinale) -> auf Dual LSM Servern

Neben der Live-Produktion des Spiels - welche an sich schon eine große Herausforderung darstellt – muss das EVS-System parallel diverse andere Kanäle bedienen, wie zum Beispiel Action- und Emotion-Channel (spezielle Kanäle die mit vorher definiertem Content befüllt werden, im Falle des Emotion-Channels sind dies z.B. besonders schöne Aufnahmen des Publikums im Stadion), oder auch Ccast, einer SaaS-Plattform (Software-as-a-Service), deren Funktionsweise und Anwendung weiter unten erläutert wird*.
Doch all das funktioniert nur wenn alles perfekt aufgebaut, konfiguriert und administriert wird, vielen Dank an Lisa für die tolle Umsetzung!

Unser Kollege David Schiebel war im IBC in Moskau für den ORF aktiv und war dort für 2x XT4K Server, 1x IPDirector, 1x XTAccess und den Zugang zum FIFA MAX Server verantwortlich.
Insgesamt 8 Sendeleitungen mussten beschaltet sowie zusätzliche Slomo- und Emotion-Clips erstellt werden. Durch den Zugang auf den zentralen Server im IBC (FIFA© MAX) hatte die Redaktion jederzeit Zugriff auf PK‘s, Training, Story’s, Emotionen, bestimmte Spielszenen, usw….Das gewünschte Rohmaterial wurde dann auf die XT4K Server transferiert und via IPDirector Playlist nach Wien überspielt.

Auch waren wir noch an anderen Orten während der WM aktiv, zum Beispiel im ORF-Zentrum in Wien. Dort wurden von Katharina Cimzar und Enrico Ganassin die Szenen für die Halbzeit-Analyse geschnitten, sowie eine 90-sekündige Zusammenfassung jedes Spiels für die ORF TVThek, ebenso lag die inhaltlich passende Bespielung der Videowall im Studio während der Halbzeit-Analysen im Verantwortungsbereich von Katharina und Enrico.
Um die erhöhten Produktionsanforderungen an Wochenenden mit gleichzeitiger Formel 1 Übertragung abdecken zu können wurde zusätzlich eine mobile Produktionseinheit der Firma REMOTION eingesetzt.
Danke an alle für die tatkräftige Unterstützung des ORF bei seiner WM-Übertragung!

Auch in Baden-Baden, dem Remote-Produktionsort von ARD und ZDF, waren wir mit unserem Equipment vertreten, u.a. mit 5x EVS XT4k Servern welche zur Aufzeichnung und Weitergabe des aus Moskau kommenden Contents an das Avid© Interplay© System eingesetzt wurden. Auch das Ausspielen der auf den Avid© Media Composern© entstandenen Beiträge geschah über die XT4K Server da diese direkt aus den Schnittplätzen heraus angesprochen werden konnten.

Sowohl was die Vermietung von Equipment betrifft als auch der Einsatz unserer Mitarbeiter an allen WM-Produktionsstandorten….man kann sagen, diese WM war für uns ein voller Erfolg!!

*Funktionsweise Action- und Emotion-Channel:

Die EVS-Operator/-innen welche an der Live-Produktion beteiligt sind kümmern sich nicht nur um die schnelle und präzise Wiedergabe von Slow-Motions und kurzen Highlight-Paketen, sie erstellen auch laufend zusätzlichen Content in Form von Clips, die via Keywords mit einem Tastendruck dem entsprechenden Kanal zugeordnet werden. Vergibt ein Operator einem Clip das Keyword „ACTION“ wird er dem Action-Channel zugeordnet, vergibt er oder sie das Keyword „EMOTION“ wird er entsprechend dem Emotion-Channel zugeordnet. Sobald ein entsprechendes Keyword vergeben wird greift der im Setup vorhandene IPDirector darauf zu und transferiert den entsprechenden Clip an das via 10GigE angebundene IBC.
Zusätzlich – und dies war eine Premiere – konnten Operator welche im IBC in Moskau saßen via EVS XPlore-Technologie direkt auf die Eingänge aller EVS XT4k-Server der Venue zugreifen und somit völlig unabhängig ebenfalls Clips erstellen, ein weiterer Beweis für die Leistungsfähigkeit der Server aus Lüttich. Auf diese Weise wurden pro Spielbegegnung zwischen 1500 und 2000 Clips aus dem Stadion in das IBC (International Broadcast Centre) transferiert.

*Funktionsweise Ccast SaaS:

Ccast von EVS ist kein fest definiertes Produkt sondern eine SaaS-Plattform die auf verschiedenste Weise genutzt werden kann. Es ist unmöglich an dieser Stelle auf all diese Möglichkeiten einzugehen, weswegen das Prinzip anhand des Einsatzes in der ARD/ZDF Mediathek erklärt werden soll:
Während der WM war es in der ARD/ZDF Mediathek möglich sich sämtliche Schlüsselszenen des laufenden Spiels aus 24 beliebig anwählbaren Kameraperspektiven erneut anzuschauen.
Während der Live-Übertragung ist es dem Regisseur aus Zeitgründen nicht möglich mehr als zwei oder drei Wiederholungen einer Szene zu zeigen, die Apps von ARD und ZDF bieten dem Zuschauer also eine tolle Möglichkeit sich beispielsweise ein Tor, ein Foul oder eine strittige Szene so oft wie er will aus Kameraperspektiven anzuschauen die nie im linearen Programm gesendet wurden.
Dies ist der Verdienst von Ccast, perfekt implementiert in die Apps von ARD und ZDF, doch wie funktioniert das?
Der oder Die Ccast-Operator/-in saß während der Produktion im IBC in Moskau und bedient die GUI des Ccast-Publishers. Diese Oberfläche ist mit den XT Servern im jeweiligen Stadion via Ethernet vernetzt und visualisiert den Clip-Content jedes Servers. Da Ccast „Multicam-optimiert“ ist wird jeder Clip automatisch in allen verfügbaren Kameraperspektiven angezeigt. Der Operator entscheidet nun welcher Clip und welche sinnvollen Kameraperspektiven dieses Clips aus den Servern am Spielort extrahiert werden sollen. Wenn dies geschieht wird ein entsprechender Befehl an den Ccast-Agent – welcher auf XFile3 Plattformen an den Venues installiert wurde – geschickt. Dieser extrahiert dann die entsprechenden Clips und Kameraperspektiven, schickt sie an den Ccast-Central Transcoder innerhalb der gewählten Cloud, welcher dann die vom Kunden – in diesem Fall ARD/ZDF - gewünschten Medienformate generiert. Schließlich erfolgt dann die Übergabe der Medien in ein vordefiniertes Zielverzeichnis.